Lennart Neubauer gewinnt auf Sylt und schreibt Windsurf-Geschichte

Spektakulärer Freestyle beim Citroën Windsurf World Cup Sylt

Sylt. Zunehmender Wind und Wellengang – Zeit für spektakulären Freestyle beim diesjährigen Citroën Windsurf World Cup Sylt. Nachdem bislang die Slalom-Fahrer die Szene des Super Grand Slams beherrschten, waren am heutigen Freitag auch endlich die Freestyler an der Reihe. Auf dem Spiel stand nicht nur der prestigeträchtige Sieg beim World Cup Event auf Sylt, auch der Weltmeister wird seit letztem Jahr auf der Nordseeinsel gekürt. Letzteren verteidigen möchte der amtierende Champion Lennart Neubauer. Der 21-jährige Bremer, der mittlerweile für Griechenland startet, war allerdings mit einer ordentlichen Hypothek auf die Nordseeinsel gekommen. Nach dem ersten und einzig weiteren World Cup auf Fuerteventura sprang für Neubauer nur der fünfte Platz heraus. Beim großen Finale auf Sylt muss er für den WM-Titel nun an Yentel Caers, Jacopo Testa, Steven Van Broeckhoven und Takumi Moriya vorbei. Den Eventsieg hatte der Freestyler so oder so klar im Visier: „Mein Ziel ist es, hier zu gewinnen“, so Neubauer selbstbewusst vor dem Wettbewerb.

In der Disziplin, die für schwindelerregende Tricks und Sprünge bekannt ist, waren für den heutigen Wettkampf acht minütige Heats angesetzt, mit sechs in die Wertung einfließenden Tricks. Aus deutscher Sicht mit einem erfreulichen Start in der ersten Runde. Der 27-jährige Niclas Nebelung konnte mit starker Leistung seinen Heat gewinnen und in die zweite Runde einziehen.

Weltmeister Lennart Neubauer griff durch ein Freilos erst in der zweiten Runde ins Geschehen ein, und schrieb dort gleich mal Windsurf-Geschichte. Dem Bremer gelangen unglaubliche 48.2 Punkte, mit Wertungen von 9.5 und 9.2 und einem neuen Trick, dem „Triple Culo“ (Rückwärtssprung mit dreifacher Rotation), den es so noch nie in einem World Cup-Wettbewerb gegeben hatte. 48.2 von möglichen 60 Punkten (6x 10 Punkte-Wertungen), neuer Rekord auf der Tour!

Seine Hauptkonkurrenten um den Titel zeigten sich ebenfalls in bestechender Form. Yentel Caers, Jacopo Testa und Steven Van Broeckhoven zogen allesamt mit überzeugenden Leistungen in die Viertelfinals ein. Einzig Takumi Moriya, aktuell Nummer vier der Welt, musste sich in der zweiten Runde dem starken Belgier Dieter van der Eyken geschlagen geben. Dort war dann auch für den Deutschen Niclas Nebelung Schluss. Er verlor gegen die Nummer drei der Rangliste, Steven Van Broeckhoven. Die Top-Favoriten ließen dann auch in den Viertelfinals nichts anbrennen und zogen geschlossen ins Halbfinale ein. Im ersten Semifinale ging es für Neubauer dann zum ersten ganz großen Kräftemessen gegen die aktuelle Nummer zwei der Welt Jacopo Testa. In einem spannenden und absolut hochklassigen Lauf kam der Italiener Testa auf über 40 Punkte. Nicht genug allerdings gegen den amtierenden Weltmeister, der abermals schwindelerregende 44.8 Punkte abliefern konnte. Zum großen Jubel der vielen Zuschauer am Strand sowie auf der Promenade. Finale also für den 21-jährigen Neubauer. In diesem wartete, wie sollte es anders sein, sein größter Kontrahent Yentel Caers. Der Belgier und zweifache Weltmeister hatte im zweiten Halbfinale mit einem 43.5 Score in nichts nachgestanden.

Im großen Finale erlebten die Zuschauer ein enges Kopf an Kopf Rennen der beiden Weltmeister. Mit spektakulären Tricks und Sprüngen von beiden Athleten. Mit dem besseren Ende für Lennart Neubauer, der sich mit 44.2 gegen 42 Punkte durchsetzen konnte und freudestrahlend aus dem Wasser kam: „Ich bin mega happy. Die Bedingungen waren im Finale nicht einfach, aber es haben alle Moves geklappt, die ich mir vorgenommen hatte“, so Neubauer nach seinem zweiten Sieg auf Sylt nach 2023. Ob es für die anderen Fahrer noch die Chance gibt, den 21-jährigen zu challengen, entscheidet sich morgen. Ob Double Elimination oder nicht, Yentel Caers hat nach seinem heutigen zweiten Platz in der Single Elimination bereits eine Hand am Weltmeistertitel. Auch die zweite ist aktuell mehr als wahrscheinlich, die Prognose zeigt für den morgigen Samstag voll auf die Wave-Disziplin. Dann mit dem fünfmaligen Weltmeister Philip Köster, Vizeweltmeisterin Lina Erpenstein und einem starken deutschen Team.

Alle Infos zum Super Grand Slam immer auch unter: www.pwaworldtour.com

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