Halbzeit auf Sylt: Deutsche Windsurfer sorgen für Furore

  • Lennart Neubauer gewinnt Single-Elimination und greift nach zweitem Freestyle WM-Titel / 
  • Fabian Wolf nach zwei Siegen und drei weiteren Top Fünf-Platzierungen auf Rang zwei im Slalom / 
  • Lina Erpenstein und Maria Behrens als Nummer eins und zwei der Weltrangliste bereit für den Wave-Auftakt / 
  • Philip Köster jagt seinen sechsten WM-Titel / 
  • Citroën Windsurf World Cup Sylt noch bis Sonntag, 4. Oktober – Eintritt frei

Halbzeit beim Citroën Windsurf World Cup Sylt – und die deutschen Windsurferinnen und Windsurfer haben bei der 2026er-Ausgabe des größten Windsurf Events der Welt bislang kräftig für Furore gesorgt. Nach den ersten Wettkampftagen am Brandenburger Strand präsentieren sich die deutschen Athleten in herausragender Form. Lennart Neubauer steht unmittelbar vor dem Gewinn des Freestyle-Weltmeistertitels, Fabian Wolf mischt im internationalen Spitzenfeld im Foil Slalom ganz vorne mit und auch in der Wave-Disziplin reisen mit Lina Erpenstein und Maria Behrens die Nummer eins und zwei der Weltrangliste nach Sylt. Bei den Männern kämpft zudem Philip Köster um seinen sechsten WM-Titel. Damit stehen zur Halbzeit gleich mehrere deutsche Athleten im Mittelpunkt des einzigen Super Grand Slams der PWA. Während Neubauer und Wolf bereits eindrucksvoll vorgelegt haben, warten Erpenstein, Behrens und Köster noch auf ihren ersten Einsatz. Noch bis Sonntag geht es auf Sylt um Siege, Weltranglistenpunkte und Weltmeistertitel.

Bremer Lennart Neubauer mit einer Hand am WM-Pokal

Besonders spannend ist die Ausgangslage im Freestyle. Lennart Neubauer hat heute die erste und so wichtige Freestyle-Elimination auf Sylt gewonnen und damit einen ganz großen Schritt in Richtung seines zweiten Weltmeistertitels gemacht. Die Elimination war bereits am Sonntag gestartet worden, musste aufgrund der Wetterbedingungen jedoch nach dem ersten Halbfinale unterbrochen werden. Dieter van der Eyken (BEL) musste bis heute Morgen auf seinen Final-Konkurrenten warten, der sich im Halbfinale zwischen Lennart Neubauer und Balz Müller (SUI) entschied. Der 22-jährige, in Bremen geborene Neubauer, der unter griechischer Flagge startet, setzte sich dabei in einem echten Krimi durch. Beide kamen auf mehr als 30 Punkte, Müller zeigte mit einem Chebonka den höchstbewerteten Einzeltrick des Duells und erhielt dafür 7,49 Punkte. Am Ende setzte sich Neubauer mit 36,18 zu 34,11 Punkten durch.

Im Finale gegen van der Eyken zeigte Neubauer anschließend eine besonders starke Leistung. Für seinen Air Bob Culo erhielt Neubauer 7,01 Punkte und sammelte darüber hinaus vier weitere Wertungen im 6-Punkte-Bereich. Mit 38,18 Punkten erzielte er die höchste Gesamtwertung des gesamten Wettbewerbs und verwies van der Eyken mit 32,58 Punkten auf Rang zwei.

„Die Bedingungen waren schwer, aber sie waren für alle gleich. Ich war heute Morgen im Halbfinale sehr nervös. Als ich das Duell gegen Balz Müller für mich entscheiden konnte, lief es im Finale wieder besser“, sagte Neubauer nach seinem Erfolg. Neubauer ist Weltmeister von 2024 und Vizeweltmeister von 2025. Sollte aufgrund der Wetterbedingungen keine weitere Freestyle-Elimination mehr möglich sein, würde das Ergebnis der ersten Runde zugleich das Endergebnis bedeuten – und Neubauer wäre damit erneut Weltmeister. Der 22-Jährige selbst hofft allerdings auf eine weitere Runde: „Es wäre nur fair, wenn alle noch einmal eine Chance bekommen würden. Ich werde natürlich alles geben, um auch die zweite Hand an den Weltmeisterpokal zu bekommen.“

Kieler Fabian Wolf fährt mit der Weltspitze mit

Auch im Foil Slalom sorgt ein deutscher Starter für Aufsehen. Fabian Wolf hat beim Auftakt in Sylt seine Ambitionen eindrucksvoll untermauert und liegt nach fünf gefahrenen Rennen auf Rang zwei der Gesamtwertung. Der 28-jährige Kieler gewann am Dienstag gleich zwei der drei Slalom-Eliminationen und feierte damit seine ersten beiden Rennsiege auf der PWA World Tour überhaupt.

Auch am Mittwoch bestätigte Wolf seine starke Form: In der vierten Elimination fuhr er auf Rang vier, in der fünften auf Rang drei. Damit kommt Wolf nach fünf Rennen auf zwei Siege und drei weitere Top-Fünf-Platzierungen. In der Gesamtwertung liegt er knapp hinter dem fünffachen Weltmeister Matteo Iachino aus Italien auf Rang zwei.

Nach seinem starken Auftakt am Dienstag hatte Wolf bereits angekündigt, das Momentum in den zweiten Wettkampftag mitnehmen zu wollen. Genau das gelang dem Kieler: Auch wenn am Mittwoch kein weiterer Sieg hinzukam, behauptete er sich erneut in der absoluten Weltspitze.

Wave-Auftakt mit deutscher Weltspitze

Auch in der Wave-Disziplin ist die Ausgangslage aus deutscher Sicht vielversprechend. Mit Lina Erpenstein und Maria Behrens kommen die aktuelle Nummer eins und zwei der Weltrangliste nach Sylt. Bei den Männern richtet sich der Blick der deutschen Fans vor allem auf Philip Köster. Der sechsfache Weltmeister und Vorjahreszweite will am Brandenburger Strand erneut um den Sieg und wichtige Punkte im Kampf um seinen nächsten WM-Titel kämpfen.

Wetterbedingt warten die Wave-Athletinnen und -Athleten weiterhin auf ihren ersten Einsatz. Die Disziplin steht damit in der zweiten Hälfte des World Cups noch vollständig auf dem Programm.

Noch ist auf Sylt nichts entschieden

Sportlich ist zur Halbzeit damit für reichlich Spannung gesorgt – gleichzeitig stehen die entscheidenden Tage erst noch bevor. Als einziger Super Grand Slam der PWA vereint der Citroën Windsurf World Cup Sylt die drei Disziplinen Wave, Freestyle und Slalom an einem Ort. Noch bis Sonntag, 4. Oktober, geht es am Brandenburger Strand um Siege, Weltranglistenpunkte und Weltmeistertitel. Der Eintritt zum World Cup ist frei.

 

Alle Ergebnisse unter: https://www.pwaworldtour.com/events/detail/2026-sylt-germany-grand-slam/

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